Margarete Naumann, eine ungewöhnliche Frau


Geboren 1881 in Chemnitz, gestorben 1946 in Hannover, erlebte sie den Siegeszug der Textilmaschinen und dadurch den Rückgang der Heimarbeit im Erzgebirge. Sie fühlte sich aufgerufen, den notleidenden Menschen zu helfen.

Margarete Naumann

Als Kunstgewerblerin glaubte sie, eine interessante neue Handarbeitstechnik könne am Markt Aufmerksamkeit erregen und Nachfrage wecken. Gleichzeitig hielt sie es für notwendig, die schöpferischen Kräfte der Heimarbeiterinnen zu unterstützen. So entwickelte sie die Margaretenspitze, dazu eine Gestaltungslehre, in der Papierarbeiten entstanden, die für diese Zeit ungewöhnlich und neuartig waren. Man arbeitete nicht nur ästhetisch schöne Gebilde, sondern aus Transparente, Kostüme für Aufführungen, Dekorationen für Feste und viel Weihnachtsschmuck.

Nach ihrer Zeit in Plauen unterrichtete sie zwei Jahre in Magdeburg. Danach war sie freiberuflich tätig. Sie hielt Vorträge, gab Kurse und beteiligte sich an Ausstellungen. Mehrere einflußreiche Frauen unterstützten ihre Bestrebungen. Sie schrieb an einem Buch „Gestaltungslehre“, das ihre Ideen, ihr System der Öffentlichkeit vorstellen sollte. Leider verbrannte dieses Manuskript im Zweiten Weltkrieg und Margarete Naumann verstarb kurz danach.

So finden wir heute nur noch Exponate in einigen Museen, Aufsätze und Abbildungen in alten Zeitschriften und Weihnachtsschmuck in einigen Familien ihrer damaligen Kursteilnehmerinnen als Zeugnisse dieses schöpferischen Frauenlebens.

 

Foto: privat

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