Lotte Heinemann


Wie kam es, dass die Margaretenspitze wieder zum Leben erweckt wurde?

Aus alten Handarbeitszeitschriften meiner Mutter kannte ich den Namen Margarete Naumann und wußte, daß sie eine interessante Persönlichkeit gewesen sein muß.

LOTTEH

Als nun etwa 1993 der Deutsche Klöppelverband eine Veröffentlichung über Spitzenentwerfer und -entwerferinnen aus dem Anfang unseres Jahrhunderts plante, sagte ich, man möge dabei auch Margarete Naumann berücksichtigen. "Wollen Sie nicht darüber schreiben?" wurde ich gefragt. So kam ich zu dem Thema, das mich seitdem nicht mehr losgelassen hat. Das Buch erschien unter dem Titel "Spitzen des 20. Jahrhunderts - 1900-1950" im Frühjahr 1995 beim Deutschen Klöppelverband. Es enthält einen Aufsatz über Leben und Werk von Margarete Naumann.

Meine Arbeit begann damit, erhalten gebliebene Spitzen und andere Objekte aufzufinden und anzusehen, dann suchte ich nach schriftlichen Zeugnissen von Margarete Naumann und über sie sowie über ihr Lebenswerk. Außerdem bemühte ich mich, Menschen kennenzulernen, die sie gekannt oder durch Eltern bzw. Verwandte Beziehungen zu ihr gehabt hatten. Alles dies war außerordentlich interessant und ergab viele Kontakte zu Menschen, die z.T. bis heute bestehen blieben.

Im Vogtlandmuseum in Plauen, im Grassi-Museum in Leipzig und im Württ. Landesmuseum in Stuttgart befinden sich Margaretenspitzen. Das Vogtlandmuseum in Plauen veranstaltete 1995 eine Ausstellung zu diesem Thema und brachte auch einen Katalog heraus, der auch heute noch zu bekommen ist.

Ich selber hatte die Gelegenheit, die Spitzen genau anzusehen und zu fotografieren, habe eine Anzahl davon nachgearbeitet und bemühe mich nun, diese Technik wieder bekannt zu machen. Im Jahr 2000 erschien mein erstes Buch „Margaretenspitze - eine fast vergessene Knüpfspitze“. 2014 erschien das zweite, „Einführung in die Margaretenspitze“ , s. unter Literatur/Links.

Alle Verbände und Zeitschriften, die sich für textile Techniken einsetzen, waren interessiert, diese so weitgehend vergessene Spitze kennenzulernen. Ich konnte daher viele Aufsätze verfassen und Vorträge halten. Das Vogtlandmuseum Plauen führte noch zweimal seither (2007 und 2013) Ausstellungen zum Thema Margaretenspitze durch, bei denen dann auch die von mir (und meinen Kursteilnehmerinnen) seit 1995 entstandenen Arbeiten gezeigt werden konnten.

Auch für die Deutsche Spitzengilde konnte ich 2003 eine Ausstellung gestalten, die in Obertshausen stattfand. Ebenso gab es 2004 eine Ausstellung im Museum für Stadtgeschichte in Neustadt a. Rbge.

Das bislang letzte derartige Ereignis war die Sonderschau Margaretenspitze im Kloster Brunshausen bei Bad Gandersheim 2015. Hier stellte ich zusammen mit Heike Becker, Plauen, aus, die sich inzwischen auch der Margaretenspitze verschrieben hat.

Es gab außerdem viele Kurse und kleinere Präsentationen im Inland wie auch im Ausland.

So hoffe ich, dass sich die Kenntnis der Margaretenspitze immer weiter etabliert und dass sie weiter viele Freunde findet.

Peine, im Januar 2018

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Fortlaufende Spitze Männlein und Weiblein

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Lotte Heinemann

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