Die Margaretenspitze

Margaretenspitze ist eine feine Knüpfspitze. Aus einfachen Schlingknoten entstehen Besatzspitzen, Motive für Blusen und Pullover, Fensterbilder, Ohrgehänge, Weihnachts-, Osterschmuck und vieles mehr. Auch plastische Blumen oder Figuren sind möglich.

Diese Spitze wurde von der Kunstgewerblerin Margarete Naumann (1881-1946) entwickelt. Zwischen 1914 und 1925 unterrichtete sie die Technik in der Staatlichen Kunstschule für Textilindustrie in Plauen/ Vogtland. Es war ihr Prinzip, dass die Muster nicht nach vorhandenen Vorlagen gearbeitet werden sollten, sondern nach bestimmten Themenstellungen immer wieder frei gestaltet wurden. Sie wollte die schöpferischen Kräfte ihrer Schülerinnen entwickeln und einsetzen. In ihren Klassen durchlief man einen Grundkurs, in dem die technischen Verfahrensweisen gelehrt wurden, und es gab Gestaltungslehreunterricht. Leider hat Margarete Naumann niemals Arbeitsanleitungen veröffentlicht.

Betrachtet man erhalten gebliebene Stücke oder Abbildungen aus alten Zeitschriften, so ist zu erkennen, dass fortlaufende Spitzen im allgemeinen quer zu ihrer Längsrichtung gearbeitet werden. Die einzelnen Rapporte greifen mehr oder weniger ineinander und erhalten dadurch ihre Verbindung. Es gibt florale oder geometrische Muster. Häufig sind auch Menschenfiguren, die allein oder in Verbindung mit anderen Elementen vorkommen. Zu den technischen Besonderheiten gehört das Prinzip der Fadenbündelung. Durch das Bündeln und Lösen von Einzelfäden oder Fadengruppen ergeben sich interessante Gestaltungsmöglichkeiten.

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Man arbeitet auf einem flachen Knüpfkissen, das mit einem Linienraster bedeckt ist (z. B. mit Millimeterpapier). Stecknadeln halten die Arbeit in Form. Als Knüpfgarn eignet sich Leinen, Baumwolle und auch Seide. Der Faden muss glatt und unelastisch sein. Günstig ist ein gutes Häkelgarn.

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Fortlaufende Spitze Männlein und Weiblein
Schlüsselanhänger

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Lotte Heinemann